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WEISS • Zeit nach Pfingsten

S. Mariæ Magdalenæ Pœnitentis

Weiß III. Klasse Zeit nach Pfingsten
Oratio (Kollekte)

Beátæ Maríæ Magdalénæ, quǽsumus, Dómine, suffrágiis adjuvémur: cujus précibus exorátus, quatriduánum fratrem Lázarum vivum ab ínferis resuscitásti:

Wir bitten, Herr, lass uns durch die Fürsprache der seligen Maria Magdalena Hilfe erfahren: auf ihre Bitten hast du, der du erbeten wurdest, den vier Tage toten Bruder Lazarus lebendig aus dem Reich der Toten auferweckt:

Lesung (Lectio / Epistola)

Léctio libri Sapiéntiæ Surgam, et circuíbo civitátem: per vicos et pláteas quæram, quem díligit ánima mea: quæsívi illum, et non invéni. Invenérunt me vígiles, qui custódiunt civitátem. Num quem díligit ánima mea, vidístis? Páululum cum pertransíssem eos, invéni, quem díligit ánima mea: ténui eum, nec dimíttam, donec introdúcam illum in domum matris meæ et in cubículum genetrícis meæ. Adjúro vos, fíliæ Jerúsalem, per cápreas cervósque campórum, ne suscitétis neque evigiláre faciátis diléctam, donec ipsa velit. Pone me ut signáculum super cor tuum, ut signáculum super bráchium tuum: quia fortis est ut mors diléctio, dura sicut inférnus æmulátio: lámpades ejus lámpades ignis atque flammárum. Aquæ multæ non potuérunt exstínguere caritátem, nec flúmina óbruent illam: si déderit homo omnem substántiam domus suæ pro dilectióne, quasi nihil despíciet eam.

Lesung aus dem Buch der Weisheit Ich will aufstehen und die Stadt durchstreifen; in den Gassen und auf den Plätzen will ich suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte ihn und fand ihn nicht. Es fanden mich die Wächter, die die Stadt bewachen. Habt ihr den gesehen, den meine Seele liebt? Kaum war ich an ihnen vorübergegangen, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn fest und werde ihn nicht loslassen, bis ich ihn in das Haus meiner Mutter führe und in das Gemach meiner Gebärerin. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen und den Hirschen des Feldes: Weckt nicht auf und lasst die Geliebte nicht erwachen, bis es ihr selbst gefällt. Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie die Unterwelt die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme des Herrn. Viele Wasser können die Liebe nicht löschen, und Ströme überfluten sie nicht. Wenn ein Mensch allen Besitz seines Hauses für die Liebe gäbe, würde man ihn nur verachten.

Graduale / Alleluia

Dilexísti justítiam, et odísti iniquitátem. ℣. Proptérea unxit te Deus, Deus tuus, óleo lætítiæ. Allelúja, allelúja. Diffúsa est grátia in lábiis tuis: proptérea benedíxit te Deus in ætérnum. Allelúja.

Du hast die Gerechtigkeit geliebt und die Missetat gehasst. ℣. Darum hat dich Gott gesalbt, dein Gott, mit dem Öl der Freude. Halleluja, halleluja. Ausgegossen ist die Gnade auf deine Lippen: darum hat dich Gott gesegnet in Ewigkeit. Halleluja.

Evangelium

Sequéntia † sancti Evangélii secúndum Lucam In illo témpore: Rogábat Jesum quidam de pharisǽis, ut manducáret cum illo. Et ingréssus domum pharisǽi, discúbuit. Et ecce múlier, quæ erat in civitáte peccátrix, ut cognóvit, quod accubuísset in domo pharisǽi, áttulit alabástrum unguénti: et stans retro secus pedes ejus, lácrimis cœpit rigáre pedes ejus, et capíllis cápitis sui tergébat, et osculabátur pedes ejus, et unguénto ungébat. Videns autem pharisǽus, qui vocáverat eum, ait intra se, dicens: Hic si esset Prophéta, sciret útique, quæ et qualis est múlier, quæ tangit eum: quia peccátrix est. Et respóndens Jesus, dixit ad illum: Simon, hábeo tibi áliquid dícere. At ille ait: Magíster, dic. Duo debitóres erant cuidam fœneratóri: unus debébat denários quingéntos, et álius quinquagínta. Non habéntibus illis, unde rédderent, donávit utrísque. Quis ergo eum plus díligit? Respóndens Simon, dixit: Æstimo, quia is, cui plus donávit. At ille dixit ei: Recte judicásti. Et convérsus ad mulíerem, dixit Simóni: Vides hanc mulíerem? Intrávi in domum tuam, aquam pédibus meis non dedísti: hæc autem lácrimis rigávit pedes meos et capíllis suis tersit. Osculum mihi non dedísti: hæc autem, ex quo intrávit, non cessávit osculári pedes meos. Oleo caput meum non unxísti: hæc autem unguénto unxit pedes meos. Propter quod dico tibi: Remittúntur ei peccáta multa, quóniam diléxit multum. Cui autem minus dimíttitur, minus díligit. Dixit autem ad illam: Remittúntur tibi peccáta. Et cœpérunt, qui simul accumbébant, dícere intra se: Quis est hic, qui étiam peccáta dimíttit? Dixit autem ad mulíerem: Fides tua te salvam fecit: vade in pace.

Aus dem heiligen † Evangelium nach Lukas In jener Zeit: Einer von den Pharisäern bat Jesus, mit ihm zu essen. Und er ging in das Haus des Pharisäers und setzte sich zu Tisch. Und siehe, eine Frau, die in der Stadt eine Sünderin war, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers zu Tisch lag, brachte ein Alabastergefäß mit Salböl: und sie stellte sich hinten zu seinen Füßen, begann mit Tränen seine Füße zu benetzen und trocknete sie mit den Haaren ihres Hauptes ab, und sie küsste seine Füße und salbte sie mit dem Öl. Als aber der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sprach er bei sich: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste er gewiss, wer und was für eine Frau das ist, die ihn berührt: dass sie eine Sünderin ist. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sprich. Zwei Schuldner hatte ein Geldverleiher: der eine schuldete fünfhundert Denare, der andere fünfzig. Da sie nichts hatten, womit sie zurückzahlen konnten, schenkte er es beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete und sprach: Ich meine, der, dem er mehr geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Und er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen, Wasser für meine Füße hast du mir nicht gegeben: diese aber hat meine Füße mit Tränen benetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Einen Kuss hast du mir nicht gegeben: diese aber hat, seit sie hereinkam, nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt: diese aber hat meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind ihr vergeben, weil sie viel geliebt hat. Wem aber weniger vergeben wird, der liebt weniger. Er sprach aber zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. Und die mit zu Tisch lagen, begannen bei sich zu sagen: Wer ist dieser, der sogar Sünden vergibt? Er sprach aber zu der Frau: Dein Glaube hat dich gerettet: geh hin in Frieden.

Offertorium

Diffúsa est grátia in lábiis tuis: proptérea benedíxit te Deus in ætérnum, et in sǽculum sǽculi.

Gnade ist ausgegossen auf deine Lippen: darum hat dich Gott gesegnet in Ewigkeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Secreta (Stillgebet)

Múnera nostra, quǽsumus. Dómine, beátæ Maríæ Magdalénæ gloriósa mérita tibi reddant accépta: cujus oblatiónis obséquium unigénitus Fílius tuus cleménter suscépit impénsum:

Unsere Gaben, bitten wir, Herr, mögen dir die ruhmreichen Verdienste der heiligen Maria Magdalena wohlgefällig machen: deren Darbringung dein eingeborener Sohn gnädig als Dienst angenommen hat.

Postcommunio

Sumpto, quǽsumus, Dómine, único ac salutári remédio, Córpore et Sánguine tuo pretióso: ab ómnibus malis, sanctæ Maríæ Magdalénæ patrocíniis, eruámur:

Nachdem wir, o Herr, das einzige und heilbringende Heilmittel, deinen kostbaren Leib und dein Blut, empfangen haben: lass uns durch die Fürsprache der heiligen Maria Magdalena von allen Übeln errettet werden.