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VIOLETT • Vorfastenzeit

Sexagesima

Dominica in Sexagesima

Violett II. Klasse Vorfastenzeit

Gleichnis vom Sämann.

Introitus

Exsúrge, quare obdórmis, Dómine? exsúrge, et ne repéllas in finem: quare fáciem tuam avértis, oblivísceris tribulatiónem nostram? adhæsit in terra venter noster: exsúrge, Dómine, ádjuva nos, et líbera nos. Deus, áuribus nostris audívimus: patres nostri annuntiavérunt nobis. Gloria Patri, et Filio, et Spiritui Sancto. Sicut erat in principio, et nunc, et semper, et in saecula saeculorum. Amen.

Steh auf, warum schläfst du, Herr? Steh auf, und verstoße uns nicht für immer! Warum wendest du dein Angesicht ab, vergisst du unsere Bedrängnis? Am Boden klebt unser Leib: Steh auf, Herr, hilf uns und befreie uns. Gott, mit unseren Ohren haben wir gehört: Unsere Väter haben es uns verkündet. Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Oratio (Kollekte)

Deus, qui cónspicis, quia ex nulla nostra actióne confídimus: concéde propítius; ut, contra advérsa ómnia, Doctóris géntium protectióne muniámur.

Gott, du siehst, dass wir auf kein eigenes Tun vertrauen: gewähre gnädig, dass wir gegen alle Widernisse durch den Schutz des Lehrers der Völker gestärkt werden.

Lesung (Lectio / Epistola)

Léctio Epístolæ beáti Pauli Apóstoli ad Corínthios Fratres: Libénter suffértis insipiéntes: cum sitis ipsi sapiéntes. Sustinétis enim, si quis vos in servitútem rédigit, si quis dévorat, si quis áccipit, si quis extóllitur, si quis in fáciem vos cædit. Secúndum ignobilitátem dico, quasi nos infírmi fuérimus in hac parte. In quo quis audet, - in insipiéntia dico - áudeo et ego: Hebræi sunt, et ego: Israëlítæ sunt, et ego: Semen Abrahæ sunt, et ego: Minístri Christi sunt, - ut minus sápiens dico - plus ego: in labóribus plúrimis, in carcéribus abundántius, in plagis supra modum, in mórtibus frequénter. A Judæis quínquies quadragénas, una minus, accépi. Ter virgis cæsus sum, semel lapidátus sum, ter naufrágium feci, nocte et die in profúndo maris fui: in itinéribus sæpe, perículis flúminum, perículis latrónum, perículis ex génere, perículis ex géntibus, perículis in civitáte, perículis in solitúdine, perículis in mari, perículis in falsis frátribus: in labóre et ærúmna, in vigíliis multis, in fame et siti, in jejúniis multis, in frigóre et nuditáte: præter illa, quæ extrínsecus sunt, instántia mea cotidiána, sollicitúdo ómnium Ecclesiárum. Quis infirmátur, et ego non infírmor? quis scandalizátur, et ego non uror? Si gloriári opórtet: quæ infirmitátis meæ sunt, gloriábor. Deus et Pater Dómini nostri Jesu Christi, qui est benedíctus in sǽcula, scit quod non méntior. Damásci præpósitus gentis Arétæ regis, custodiébat civitátem Damascenórum, ut me comprehénderet: et per fenéstram in sporta dimíssus sum per murum, et sic effúgi manus ejus. Si gloriári opórtet - non éxpedit quidem, - véniam autem ad visiónes et revelatiónes Dómini. Scio hóminem in Christo ante annos quatuórdecim, - sive in córpore néscio, sive extra corpus néscio, Deus scit - raptum hujúsmodi usque ad tértium cælum. Et scio hujúsmodi hóminem, - sive in córpore, sive extra corpus néscio, Deus scit:- quóniam raptus est in paradisum: et audivit arcána verba, quæ non licet homini loqui. Pro hujúsmodi gloriábor: pro me autem nihil gloriábor nisi in infirmitátibus meis. Nam, et si volúero gloriári, non ero insípiens: veritátem enim dicam: parco autem, ne quis me exístimet supra id, quod videt in me, aut áliquid audit ex me. Et ne magnitúdo revelatiónem extóllat me, datus est mihi stímulus carnis meæ ángelus sátanæ, qui me colaphízet. Propter quod ter Dóminum rogávi, ut discéderet a me: et dixit mihi: Súfficit tibi grátia mea: nam virtus in infirmitáte perfícitur. Libénter ígitur gloriábor in infirmitátibus meis, ut inhábitet in me virtus Christi.

Lesung aus dem Brief des heiligen Apostels Paulus an die Korinther Brüder: Ihr ertragt gern die Toren, obwohl ihr selbst weise seid. Ihr haltet nämlich aus, wenn jemand euch in Knechtschaft bringt, wenn jemand verschlingt, wenn jemand nimmt, wenn jemand sich erhebt, wenn jemand euch ins Angesicht schlägt. Nach der Niedrigkeit sage ich es, als ob wir schwach gewesen wären in diesem Stück. Worin jemand wagt, – in Torheit sage ich es – wage auch ich: Hebräer sind sie, auch ich; Israeliten sind sie, auch ich; Samen Abrahams sind sie, auch ich; Diener Christi sind sie, – als weniger weise sage ich es – mehr ich: in Mühen sehr vielen, in Gefängnissen reichlicher, in Schlägen über das Maß, in Toden häufig. Von den Juden habe ich fünfmal vierzig Streiche weniger eine empfangen. Dreimal wurde ich mit Ruten geschlagen, einmal wurde ich gesteinigt, dreimal erlitt ich Schiffbruch, Nacht und Tag war ich in der Tiefe des Meeres; auf Reisen oft, in Gefahren der Flüsse, in Gefahren von Räubern, in Gefahren vom Volk, in Gefahren von Heiden, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Einöde, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern; in Mühe und Beschwerde, in vielen Nachtwachen, in Hunger und Durst, in vielen Fasten, in Kälte und Blöße; außer dem, was außen ist, mein tägliches Andringen, die Sorge für alle Kirchen. Wer wird schwach, und ich werde nicht schwach? Wer wird geärgert, und ich brenne nicht? Wenn es nötig ist, sich zu rühmen: was meine Schwachheit ist, will ich rühmen. Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der gepriesen ist in Ewigkeit, weiß, dass ich nicht lüge. Zu Damaskus bewachte der Statthalter des Volkes des Königs Aretas die Stadt der Damaszener, um mich zu ergreifen; und durch ein Fenster wurde ich in einem Korb an der Mauer hinabgelassen und so entfloh ich seinen Händen. Wenn es nötig ist, sich zu rühmen – es ist zwar nicht nützlich –, aber ich will zu den Gesichten und Offenbarungen des Herrn kommen. Ich kenne einen Menschen in Christus vor vierzehn Jahren, – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es – entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne einen solchen Menschen, – ob im Leib, oder außer dem Leib, weiß ich nicht, Gott weiß es – dass er in das Paradies entrückt wurde; und er hörte verborgene Worte, die keinem Menschen zu reden erlaubt ist. Für einen solchen will ich mich rühmen; für mich aber will ich mich keineswegs rühmen, außer in meinen Schwachheiten. Denn, auch wenn ich mich rühmen wollte, würde ich nicht töricht sein; denn ich würde die Wahrheit sagen; ich schone aber, damit niemand von mir halte über das hinaus, was er an mir sieht, oder etwas von mir hört. Und damit die Größe der Offenbarung mich nicht erhebe, wurde mir gegeben ein Stachel meines Fleisches, ein Engel Satans, der mich mit Fäusten schlägt. Deshalb habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir weiche; und er sprach zu mir: Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet. Gern also will ich mich meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne.

Graduale / Alleluia

Sciant gentes, quóniam nomen tibi Deus: tu solus Altíssimus super omnem terram, ℣. Deus meus, pone illos ut rotam, et sicut stípulam ante fáciem venti.

Die Völker sollen erkennen, dass dein Name Gott ist: du allein bist der Höchste über die ganze Erde. ℣. Mein Gott, mache sie wie ein Rad und wie Stoppeln vor dem Angesicht des Windes.

Tractus

Commovisti, Domine, terram, et conturbasti eam. ℣. Sana contritiones ejus, quia mota est. ℣. Ut fugiant a facie arcus: ut liberentur electi tui.

Du hast die Erde erschüttert, Herr, und hast sie in Aufruhr gebracht. ℣. Heile ihre Zerstörungen, denn sie ist erschüttert. ℣. Damit sie fliehen vor dem Angesicht des Bogens; damit deine Erwählten befreit werden.

Evangelium

In illo témpore: Cum turba plúrima convenírent, et de civitátibus properárent ad Jesum, dixit per similitúdinem: Exiit, qui séminat, semináre semen suum: et dum séminat, áliud cécidit secus viam, et conculcátum est, et vólucres cæli comedérunt illud. Et áliud cécidit supra petram: et natum áruit, quia non habébat humórem. Et áliud cécidit inter spinas, et simul exórtæ spinæ suffocavérunt illud. Et áliud cécidit in terram bonam: et ortum fecit fructum céntuplum. Hæc dicens, clamábat: Qui habet aures audiéndi, áudiat. Interrogábant autem eum discípuli ejus, quæ esset hæc parábola. Quibus ipse dixit: Vobis datum est nosse mystérium regni Dei, céteris autem in parábolis: ut vidéntes non vídeant, et audiéntes non intéllegant. Est autem hæc parábola: Semen est verbum Dei. Qui autem secus viam, hi sunt qui áudiunt: déinde venit diábolus, et tollit verbum de corde eórum, ne credéntes salvi fiant. Nam qui supra petram: qui cum audíerint, cum gáudio suscípiunt verbum: et hi radíces non habent: qui ad tempus credunt, et in témpore tentatiónis recédunt. Quod autem in spinas cécidit: hi sunt, qui audiérunt, et a sollicitudínibus et divítiis et voluptátibus vitæ eúntes, suffocántur, et non réferunt fructum. Quod autem in bonam terram: hi sunt, qui in corde bono et óptimo audiéntes verbum rétinent, et fructum áfferunt in patiéntia.

In jener Zeit: Als sich eine sehr große Volksmenge versammelte und aus den Städten zu Jesus eilte, sprach er in einem Gleichnis: Ein Sämann ging hinaus, um seinen Samen zu säen. Und während er säte, fiel einiges auf den Weg, wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es. Und anderes fiel auf den Felsen, und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten unter Dornen, und die mitaufgehenden Dornen erstickten es. Und anderes fiel auf guten Boden, ging auf und brachte hundertfache Frucht. Als er dies sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Seine Jünger aber fragten ihn, was dieses Gleichnis bedeute. Er aber sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen, den anderen aber in Gleichnissen, damit sie, sehend, nicht sehen und, hörend, nicht verstehen. Dies aber ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Weg, das sind die, die hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden. Die aber auf dem Felsen: die, wenn sie hören, das Wort mit Freude aufnehmen; und sie haben keine Wurzeln; sie glauben eine Zeitlang und zur Zeit der Versuchung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel: das sind die, die gehört haben, und von den Sorgen und dem Reichtum und den Genüssen des Lebens dahingehen und erstickt werden und keine Frucht bringen. Was aber auf den guten Boden: das sind die, die mit gutem und bestem Herzen das Wort hören, bewahren und Frucht bringen in Geduld.

Offertorium

Pérfice gressus meos in sémitis tuis, ut non moveántur vestígia mea: inclína aurem tuam, et exáudi verba mea: mirífica misericórdias tuas, qui salvos facis sperántes in te, Dómine.

Lenke meine Schritte auf deinen Pfaden, damit meine Tritte nicht wanken: neige dein Ohr und erhöre meine Worte: erweise wunderbar deine Barmherzigkeit, der du die rettest, die auf dich hoffen, Herr.

Secreta (Stillgebet)

Oblátum tibi, Dómine, sacrifícium, vivíficet nos semper et múniat.

Das dir dargebrachte Opfer, Herr, belebe uns allezeit und schütze uns.

Communio

Introíbo ad altáre Dei, ad Deum, qui lætíficat juventútem meam.

Ich will zum Altar Gottes treten, zu Gott, der meine Jugend erfreut.

Postcommunio

Súpplices te rogámus, omnípotens Deus: ut, quos tuis réficis sacraméntis, tibi étiam plácitis móribus dignánter deservíre concédas.

Demütig bitten wir dich, allmächtiger Gott: dass du denen, die du durch deine Sakramente stärkst, auch gewährst, dir in wohlgefälligem Wandel würdig zu dienen.

Praefatio Præfatio de Sanctissima Trinitate

Vere dignum et justum est, æquum et salutare, nos tibi semper et ubique gratias agere: Domine sancte, Pater omnipotens, æterne Deus: Qui cum unigenito Filio tuo et Spiritu Sancto unus es Deus, unus es Dominus: non in unius singularitate personæ, sed in unius Trinitate substantiæ. Quod enim de tua gloria, revelante te, credimus, hoc de Filio tuo, hoc de Spiritu Sancto sine differentia discretionis sentimus. Ut in confessione veræ, sempiternæque Deitatis, et in personis proprietas, et in essentia unitas, et in majestate adoretur æqualitas. Quam laudant Angeli atque Archangeli, Cherubim quoque ac Seraphim: qui non cessant clamare quotidie, una voce dicentes: Sanctus, Sanctus, Sanctus Dominus, Deus Sabaoth. Pleni sunt cæli et terra gloria tua. Hosanna in excelsis. Benedictus, qui venit in nomine Domini. Hosanna in excelsis.

Wahrhaft würdig und recht ist es, billig und heilsam, dass wir dir immer und überall Dank sagen: Heiliger Herr, allmächtiger Vater, ewiger Gott: Der du mit deinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist ein Gott bist, ein Herr bist: nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in der Dreieinigkeit einer Wesenheit. Denn was wir von deiner Herrlichkeit glauben, da du es offenbarst, das empfinden wir von deinem Sohn, das vom Heiligen Geist ohne Unterschied der Verschiedenheit. So dass im Bekenntnis der wahren und ewigen Gottheit sowohl in den Personen die Eigenart als auch im Wesen die Einheit und in der Majestät die Gleichheit angebetet werde. Diese preisen die Engel und Erzengel, auch die Cherubim und Seraphim: die nicht aufhören, täglich zu rufen und mit einer Stimme zu sprechen: Heilig, Heilig, Heilig, Herr, Gott der Heerscharen. Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit. Hosanna in der Höhe. Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe.