Proprium und Ordinarium: Was ist der Unterschied?

Das Proprium enthält die vom Tag oder Fest abhängigen Messtexte. Das Ordinarium umfasst die wiederkehrenden Teile der Messordnung. Im Tageskalender von Missale Online werden beide in ihrer Reihenfolge zusammengeführt.

Die Texte des heutigen Tages lesen →

Welche Texte gehören zum Proprium?

Zu den wechselnden Teilen gehören beispielsweise Introitus, Tagesgebet, Lesung, Evangelium, Offertorium, Stillgebet, Kommunionvers und Schlussgebet. Sie geben der Messe eines Tages ihre besondere Textauswahl. Im Proprium-Verzeichnis finden Sie diese Texte unabhängig von einem bestimmten Kalenderjahr.

Ein Fest muss deshalb nicht für jeden Abschnitt einen ausschließlich eigenen Text besitzen. Die Messbuchrubriken, Nr. 301–305 beschreiben die Auswahl von Festmessen. Missale Online löst die hinterlegten Verweise auf; die Herkunft wird beim betreffenden Text ausgewiesen.

Welche Texte gehören zum Ordinarium?

Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei sind bekannte wiederkehrende Texte. Die Ordinarium-Seite bietet darüber hinaus Gebete aus der Messordnung, etwa Stufengebet, Kanon und Vaterunser.

„Wiederkehrend“ bedeutet nicht, dass jeder Abschnitt an jedem Tag vorkommt. Ob etwa Gloria oder Credo gebetet werden, hängt von der betreffenden Messe ab. Die Tagesansicht berücksichtigt die hinterlegte Messordnung; die eigenständige Ordinarium-Seite dient als Textverzeichnis.

Ein Beispiel: der erste Adventssonntag

Auf der Festseite des ersten Adventssonntags sehen Sie dessen Proprium: darunter Introitus, Tagesgebet und Evangelium. Über die dort aufgeführten Kalendertermine gelangen Sie zur jeweiligen Tagesmesse. Diese Ansicht ergänzt die wiederkehrenden Gebete an ihrer Stelle im Ablauf.

Wenn Sie nur die Texte suchen, die diesen Sonntag von anderen Tagen unterscheiden, genügt die Festseite. Wenn Sie die Messe fortlaufend mitlesen möchten, ist die Tagesansicht mit eingeblendetem Ordinarium der passende Einstieg.

Wie lese ich beide Textgruppen auf Missale Online?

In allen Lesebereichen können Sie eine Textfassung oder „Beide“ anzeigen und mit A− beziehungsweise A+ die Schriftgröße verändern. Bei zwei Fassungen stehen die Textpaare je nach verfügbarem Platz nebeneinander oder untereinander.

Die Lesesprache gilt für alle Textbereiche. Wir nutzen veröffentlichte Quellen und eigene Übersetzungen. Die zweite Quelle ergänzt nur fehlende Stellen der Primärquelle. Fehlen beide, wird die Übersetzung als fehlend gekennzeichnet. Quellenreihenfolge nach Sprache und Textbereich.

Der Einstieg in Ablauf und Mitbeten führt durch die Tagesansicht. Weitere Informationen zu den Vorlagen finden Sie unter Quellen und Bearbeitung; den historischen Schott von 1927 gibt es als PDF.